Das Heute ist der ideale Zeitpunkt um sich einzubringen.
Baukultur.jetzt!

Merkursiedlung – quo vadis?

Warum Engagement und respektvoller Umgang mit dem Natur- und Siedlungsraum Merkursiedlung Linz Sinn machen.

Bodenverlust und Leerstand
Die österreichische Land- und Forstwirtschaft verlor seit 1951 ein Viertel ihres Agrarlandes an Bau und Verkehr. Der Verlust an Land- und Forstwirtschaftsfläche betrug 2014 in Österreich etwa 22 ha pro Tag. Dies entspricht etwa einer Fläche von 30 Fußballfeldern. (Quelle: Salzburger Nachrichten vom 21.02.2012)

Ein Projektwerber schlägt am Rande der Merkursiedlung eine terrassierte Wohnbebauung vom Ende der Urbanskistraße bis hinunter zum Riesenederfeld vor. Dies zieht eine Totalrodung des wertvollen Baumbestandes am vermeintlichen Bauplatz, sowie eine Abtragung versickerungsfähigen Bodens und eine Tiefgaragenverbauung in Pfahlbauweise auf einem wasserführenden Gerinne vor, welches sich bei Niederschlägen bis heute zu einem Bach ausdehnt. Es ist zu vermuten, dass eine Verrohrung geplant ist, die - wie in den seltensten Fällen sachgerecht ausgeführt - im besten Fall die stärkste wasserführende Schicht erfasst, weitere wasserführende Schichten werden sich ihren Weg anderweitig suchen. Dieses Projekt lässt ausreichend Respekt vor Naturräumen und kulturtechnische Fachkenntnis vermissen.

Einer enormen österreichweit hohen Siedlungsflächendynamik stehen auch in Linz ungewöhnlich hohe innerstädtische Brach- und Leerstands-Flächen gegenüber. Dies sollte bei der Neuerrichtung urbaner Wohnräume stärker berücksichtigt werden. Es steht bereits errichteter, leistbarer Wohnraum zu Verfügung – allerdings ungenutzt – in Form von Leerstand. Die kommunal wirksamen Instrumente des Steuerns werden noch nicht wirksam genug angewandt. Mit dem unreflektierten Ausufern der Städte in ihr Umland geht eine Zerstörung von Naturräumen einher. Das Hintanhalten des Klimawandels fordert auch den Linzer Gemeinderat.

Die „Innenentwicklung“ ist zu forcieren. Das heißt, ein Leerstands-Management ist flächendeckend einzuführen (inkl. Evaluierung) und Nachverdichtung ist nur in Bereichen bereits stattgefundener unumkehrbarer Bodenverluste (bereits erfolgte Bodenverdichtung) zu forcieren. Eine weitere großzügige Abtragung sickerfähiger Mutterböden, die als Klimaschutzfaktor generell zu schützen und zu schonen sind, ist inakzeptabel. Erst wenn nachweislich durch unabhängige Gutachten bestätigt, diese Flächen nicht mehr einem – vertieft zu eruierendem - tatsächlichen Bedarf ausreichen, sollte Linz auch im Zuge von Umwidmungen auf Mutterböden zugreifen.

Mehrwertabgaben für Verdichtung
Mit Wohnungsnot und Leistbarkeit wird seit Jahrzehnten gerne die Dichte in nachbarschaftsunverträgliche Höhe getrieben. Der Verwertungsdruck, den Investoren dabei auf die Stadtpolitik, -verwaltung und Gestaltungsbeirat ausüben, ist beachtlich. Immer wieder werden hier sinnvolle Festlegungen in Bebauungsplänen an den „Bedarf“ von Investoren „herangeführt“ und in der Folge von der Stadt aufgeweicht. Dabei ergibt sich aus den oft notwendigen Umwidmungen zu dichterer Wohnnutzung bereits eine hohe Wertsteigerung, ohne, dass auch nur eine Investition getätigt werden musste. Dieses unstrukturierte, investorengetriebene und -veranlasste „Verhandeln“ von städteräumlichen Qualitäten, wie man sie beispielsweise in der Merkursiedlung vorfindet, lässt vorausschauendes stadtgestaltendes Planen vermissen, es muss ein Ende finden. Unsere urbanen Lebensräume - dazu gehört auch der touristisch und von der Stadtbevölkerung gleichermaßen gut genutzte Wanderweg zum Pöstlingberg, der ebenso beeinträchtigt wird – verändern die Vorortstrukturen zum ihrem Nachteil.

Wertsteigerungen durch Umwidmungen zugunsten der Investoren werden den betroffenen Stadtteilen vorenthalten, denen in der Folge aber die Mittel fehlen, durch ausgleichende Maßnahmen, zuvor erwähnte Nachteile zu kompensieren, so dies überhaupt ansatzweise möglich ist. Beispiele des Gelingens gibt es genug. Die Mehrwertabgabe Basel oder die städtebaulichen Verträge der Stadt Wien sind konstruktive Beispiele dafür.

Mehrwertabgabe
Mehrwertabgaben gelten die Vorteile ab, die entstehen, wenn die zulässige Geschossfläche durch Änderung der Zoneneinteilung oder der Zonenvorschriften, durch einen Bebauungsplan oder durch eine Bewilligung vergrößert wird. Die auf Grundstücke in der Stadt Basel entfallenden Abgaben sind für die Schaffung neuer oder für die Aufwertung bestehender öffentlicher Grünräume wie Parkanlagen, Stadtwälder, Alleen und Promenaden zu verwenden. Quelle

Städtebauvertrag
Stellt eine Sonderform der öffentlich-rechtlichen Vertragsgestaltung dar. Dieser dient der teilweisen an Bauwerber bzw. Investoren übertragenen Verpflichtung zur Erfüllung eigentlich hoheitlicher (öffentlicher) städtebaulicher Aufgaben wenn diese beispielsweise im Zuge größerer Bauvorhaben um eine Änderung der im Bebauungsplan geregelten deutlich niedrigeren Dichte oder andersartigen Nutzungen, die signifikant höhere Frequenzen nach sich ziehen, ansuchen und überdurchschnittlich davon profitieren. Die Gegenleistungen müssen dabei der Verhältnismäßigkeit entsprechen und der Vertrag bedarf der Schriftform.

Jenseits von Nachverdichtungsforderungen durch private Investoren und Wohnbaugenossenschaften, ist es Gebot der Stunde, der Stadtplanung den Auftrag und die Möglichkeiten zu geben, auch unabhängige Studien zu beauftragen, so dass deren mögliche Verträglichkeit auf bestehende Systeme strukturiert, fachlich fundiert und offen diskutiert werden kann. Es gilt, den Mehrwert durch Auf- oder Umwidmungen finanziell zu bewerten und in stadtteilverträgliche, sinnvolle Gemeinwohlprojekte zu reinvestieren.

Gewerbliche Parkraumbewirtschaftung
In der Merkursiedlung sieht die Stadt Linz laut Bebauungsplan reine Wohnnutzung vor. Die Straßen innerhalb des Siedlungsgebietes haben, auch weil sie als Sackgassen hier enden, einen entsprechend verkehrsberuhigten Charakter. Im Zentrum der Siedlung gibt es nun Investoren, die zu 90% Kleinwohnungen errichten wollen, die typischerweise Menschen, die einen Einpersonenhaushalt führen werden, ansprechen. Es ist schwer nachvollziehbar, warum für jede dieser Kleinwohnungen jeweils 4 Tiefgaragenstellplätze errichtet werden sollen. Das Ansinnen des Investors lässt den Schluss zu, dass städtebauliche und infrastrukturelle Defizite im Zuge der Neuerrichtung der Bruckner Privatuniversität - wenige hundert Meter entfernt - mitten im bislang ruhigen Kern des Siedlungsgebietes in Zukunft durch diese Tiefbaumaßnahme ausgeglichen werden sollen. Eine gewerbliche Tiefgaragennutzung dieser Art, und somit den Verkehr mitten ins Siedlungsgebiet zu führen, ist jedoch keine sinnvolle Strategie. In der reflexiven Betrachtung vergangener Jahrzehnte, als Stadtqualitäten durch Infrastrukturmaßnahmen dauerhaft zerstört wurden, kann dieses Investoren-Ansinnen wohl nur als humoristische Einlage gedacht sein. Den nicht Siedlungsimmanenten Verkehr mitten ins Siedlungsgebiet zu führen, lässt Zweifel an der Ernsthaftigkeit und an Sinn für Planungsqualität der Investoren aufkommen. Der Weg sollte ein anderer sein:

Gewerbliche Parkraumbewirtschaftung
Ist einerseits eine zielgerichtete Lenkung des Verhältnisses von Parkplatzsuchverkehr zur Anzahl verfügbarer Parkplätze im privaten, halböffentlichen und öffentlichen Straßenraum, wo die Zahl der parkenden Fahrzeuge die Zahl der verfügbaren Stellplätze übersteigt, und andererseits das kommerzielle zu Verfügung Stellen von Stellplätzen.



Mobilitätskonzepte
Die Stadt Linz möchte zukunftsfähig sein – so auch im Bereich Infrastruktur und Mobilität. In der Merkursiedlung hat sie Gelegenheit, Worten nun Taten folgen zu lassen. Es gilt im Jahr 2016 punkto Verkehr multimodal zu konzipieren. Intelligenter, nachhaltiger Wohnbau beeinflusst nicht nur unser alltägliches Mobilitätsverhalten, das damit umweltfreundlicher und kostengünstiger wird, sondern natürlich auch indirekt das Verkehrsproblem der Stadt. Immerhin beginnen oder enden acht von zehn Alltagswegen zu Hause. Der Verkehr ist im Bereich Klimaschutz noch immer Schlusslicht. Deshalb sind innovativere Wohnprojekte enorm wichtig. Die Stadt Linz muss an einer vernetzten Mobilität des 21. Jahrhunderts arbeiten. Projekte, wie sie nun reichhaltig in der Merkursiedlung entstehen sollen, lassen jegliches Mobilitätskonzept vermissen. Dies ist an der Ausprägung der Flächen des ruhenden Verkehrs ablesbar. Sie sind daher, in dieser für die Gesellschaft überteuren Ausprägung abzulehnen. Denn auch die Folgekosten des Betriebs und der Instandhaltung der zu erweiternden öffentlichen Verkehrsräume belasten langfristig kommunale Budgets.

Mobilitätskonzept
Mobilitätskonzepte dienen der Entwicklung und Umsetzung einer möglichst zielgerichteten Befriedigung individueller Bedürfnisse nach Mobilität. Sie entwickeln und unterstützen einerseits nachhaltige, umweltgerechterer, menschengerechte und verkehrspolitische Strategien, und anderseits eine unmittelbarere praktische, nutzerorientierte Vorgehensweise. Das findet beispielsweise durch einen Mix verschiedener Mobilitäts-Dienstleistungen statt. Der jeweiligen Ausgangslage entsprechend wird zunächst die Befriedigung der Nachfrage nach Mobilität entlang der bereits vorhandenen Infrastruktur optimiert und schrittweise - langfristiger betrachtet - die Infrastruktur der Nachfrage angepasst.



Mobilitätskonzepte sollen künftig verpflichtend integraler Teil jeder Projektentwicklung sein. Sie machen Wohnen und Arbeiten finanzierbarer, nachhaltiger und somit für Mensch und Natur verträglicher. Ein Verzicht auf Mobilitätskonzepte ist nicht mehr mit öffentlichen Mitteln leistbar.

Bürgerbeteiligung und Baukultur
Es bedarf einer begrifflichen Klarstellung, da in der öffentlichen politischen Diskussion in Linz die Begrifflichkeiten häufig falsch eingebracht werden. Die in manchen Städten im Sprachgebrauch fälschlich als "Bürgerbeteiligung" bezeichneten kommunikativen Begleitmaßnahmen von Bauvorhaben sind bei näherer Betrachtung eher Bürgerinformationen. Werden Beteiligte nur per Informationsveranstaltungen über aktuelle Planungen oder Entscheidungen ihrer Lebensräume informiert, ohne selbst Einfluss nehmen zu können, ist dies eine nahezu wertlose Einweg-Kommunikation, die der Komplexität-Stadt nicht gerecht wird. Gelebte Praxis sind zudem leider viel zu spät oder gar nicht organisierte Veranstaltung, um in diskursiven Austausch zu kommen. Beispiel ist leider auch hier die Kommunikationsstrategie eines Bauwerbers in der Merkursiedlung. Die anderen ziehen vorsichtshalber die Schweigsamkeit vor.

Bürgerinformation
Untere Stufe der Öffentlichkeitsbeteiligung / Einweg-Kommunikation
Werden Betroffene und Interessierte über ein Vorhaben und seine Auswirkungen informiert - beispielsweise durch Aushang, Wurfsendung, Informationsveranstaltung oder öffentliche Einsichtnahme - ist das Ziel zumeist, einer mehr oder weniger breiten Öffentlichkeit gewisse Aspekte einer Planung oder Entscheidungen, auf die sie kaum Einflussnahme hat, bekannt und verständlich zu machen.

Können die Beteiligten durch Konsultation zu einem Entwurf oder einer Frage Stellung nehmen, ist eine etwas konstruktivere Zweiweg-Kommunikation gegeben, die in der Praxis jedoch auch nicht die Potentiale der Bürgerschaft abzuschöpfen vermag, und somit ebenso wenig der Aufgabe Stadtgestaltung gerecht werden.

Zweiweg-Kommunikation
Mittlere Stufe der Öffentlichkeitsbeteiligung / Konsultative Öffentlichkeitsbeteiligung
Können Bürger und Interessenvertreter zu vorgelegten Entwürfen, Vorschlägen oder Vorentscheidungen Stellung nehmen und ihre eigenen Ideen und ergänzenden Vorschläge dazu einbringen, geht es zumeist darum, Rückmeldungen der Betroffenen zu diesen erhalten, die bei der weiteren Planung und Entscheidungsfindung noch berücksichtigt werden können.



Erst eine Mehrweg-Kommunikation ermöglicht durch gelebte Kooperation ein miteinander Entwickeln durch ausreichend gemeinsam vertieftes Arbeiten an ausreichend komplexen Fragestellungen. Die Beteiligten bereichern dabei den Planungsprozess durch eine strukturierte, professionelle Prozessbegleitung. Zum rechten Zeitpunkt an den richtigen Themen gemeinschaftlich zu arbeiten macht engagierte Bürger zu wertvollen Akteuren ihres eigenen Umfeldes. Lokale Potentiale können erkannt, offensichtliche und weniger sichtbare Qualitäten beschrieben und benannt, Schätze gehoben werden.

Mehrweg-Kommunikation
Obere Stufe der Öffentlichkeitsbeteiligung / Bürgerbeteiligung / Mitbestimmung
Es besteht auch die Möglichkeit, dass Betroffene und Interessierte bei der Entwicklung eines Vorhabens, seiner Ausführung und Umsetzung mitbestimmen, wie das zum Beispiel am unteren Ende durch Teilnahme an einem Runden Tisch oder bei einem Mediationsverfahren noch besser vertiefter bei Beteiligungsverfahren der Fall ist. Der Grad der Mitbestimmung reicht von der gemeinsamen Entwicklung von Visionen bis hin zu weitgehenden Entscheidungsrechten beteiligter Bürger.

Prozessbegleitung
Darunter versteht man die strukturierte Begleitung, Betreuung und Beratung von Unternehmen, Interessensvertretungen, Organisationen, Gruppen, etc. in Veränderungsprozessen. Externe wie auch interne Prozessbegleiter sind selbst nicht zuständig für eine Beantwortung fachlicher Fragen und Lösung von Problemen sondern für die Gestaltung der Rahmenbedingungen und für die Wahl und Anwendung der geeigneten Methoden, die der Zielgruppe diese inhaltliche Arbeit ermöglichen. In den meisten Fällen ist eine externe, unabhängige Begleitung einer internen Lösung vorzuziehen.

Baukultur beschreibt die Vielfalt menschlicher Leistungen, ihre natürliche oder gebaute Umwelt zu verändern. Sie umfasst Architektur, Städtebau, Landschafts-, Orts- und Raumplanung, die Gestaltung von Infrastrukturbauten, Kunst im öffentlichen Raum und vieles mehr. Die Identität der Baukultur fußt auf Geschichte und Eigenlogik eines Ortes, einer Region oder eines Landes.

Die Verantwortung für die Qualität gebauter Umwelt liegt nicht allein bei Politik, Verwaltung und Fachplanung, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche. Der Gestaltungsbeirat ist dabei ein wichtiger Baustein, die Qualität der Baukultur sicherzustellen. Bürgerbeteiligungen sollen aber auch als das Stadtbild stärkender Baustein betrachtet werden. Sie sollen in Zukunft per Gemeinderatsbeschluss die Rahmenbedingungen vorfinden, Teil der stadtgestaltenden Planungsprozesse auch privater Bauherren zu werden.

Exzellente Partizipationsprozesse arbeiten mit Perspektivenwechsel aller daran Beteiligten und werden durch eine bewusst gewählte Vielfalt an Akteuren wertvoller und umsetzbarer. Bürger, auch noch nicht Wahlberechtigte, wie Kinder und Jugendliche, gehören dazu, Vertreter von Unternehmen und Organisationen vor Ort - wie Kammern, Anwartschaften und NGOs - sowie die Fachöffentlichkeit, Verwaltung, politische Vertreter arbeiten gemeinsam – sorgsam begleitet von Prozessbegleiter – barrierefrei an einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Stadtgestalt.

Partizipation
Sie bedeutet Beteiligung, Teilhabe, Teilnahme, Mitwirkung, Mitbestimmung, Mitsprache, Einbeziehung an/in Entscheidungs- und Willensbildungs-Prozessen. Aus Gründen der Emanzipation, der Legitimation oder auch einer gesteigerten Effektivität wird Partizipation häufig als wünschenswert erkannt und angewandt. Partizipation kann die unterschiedlichsten Beteiligungsformen annehmen, so beispielsweise als Bürgerbeteiligungsverfahren. Partizipation gilt als gesellschaftlich relevant, weil sie zum Aufbau von sozialem Kapital führen kann und soziales Vertrauen verstärkt.Quelle Wikipedia 7.2016



Wofür steht eine Stadt, die wie die Gesellschaft, die sie belebt, ständigem Wandel ausgesetzt ist? Wofür steht ein Stadtteil, ein Straßenzug, eine Restfläche im urbanen Kampf um Aneignung nutzbarer Räume? Glauben wir im Jahr 2016 mit all unseren Erfahrungen der letzten Jahrzehnte noch immer an ein „Erfolgsmodell Investor - Politik – Verwaltung“ ohne Bevölkerung, wie es Lucius Burckhard so trefflich in vielen Facetten beschrieb?

Lucius Burckhardt
Der Schweizer Soziologe und Nationalökonom schrieb in zahlreichen Publikationen mit klaren Worten über ein die Öffentlichkeit ausschließendes, die Grundregeln demokratischer Prozesse missverstehendes „Beziehungsgeflecht Politik – Investor – Verwaltung“, so beispielsweise in „Die neue Stadt“ mit Max Frisch und Markus Kutter 1956 oder in der Sammlung seiner Schriften zusammengefasst zu lesen in „Wer plant die Planung? Architektur, Politik und Mensch“ erschienen im Martin Schmitz Verlag, Berlin 2005.



Ebenso kann man diesen gesellschaftspolitisch relevanten Mitbestimmungs- und Gestaltanspruch auf andere Dimensionen, wie beispielsweise die Freiraum- und Stadtgestaltung, übertragen.

Bürger*innen sind Expert*innen ihres Umfeldes. Sie kennen die Nischen, Pfade, Wege, die Besonderheiten ihres Umfeldes, sowie des öffentlichen und halböffentlichen Raums. Sie wissen, wie ihr Ort oder Stadtteil „tickt“, sie kennen seine Stärken und Schwächen. Sie verbinden Werte mit den Gestalträumen und deren Nutzungen. Kinder und Jugendliche beispielsweise erfüllen in kreativer Weise die von Erwachsenen unbesetzten Orte mit faszinierendem Eigenleben.

Bürgerbeteiligung fördert das Gemeinwohl, stärkt das Vertrauen in die demokratischen Institutionen erhöht die Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie und Verwaltung. Exzellente Partizipation muss neben exzellenter Planung integraler Bestandteil stadtgestalterischer Prozesse werden.

Beim Beitrag Merkursiedlung - quo vadis handelt es sich um eine gekürzte Fassung eines offenen Briefes vom 05.07.2016: Offene Worte an den Linzer Gemeinderat und Beirat für Stadtgestaltung, sowie Reflexionen zur Bedeutung von Nachhaltigkeit im Rahmen urbaner Strategien - speziell im Umgang mit potentiellen Nachverdichtungsflächen – exemplarisch aus aktuellem Anlass - am Beispiel der Merkursiedlung Linz.


Natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen

Natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen

Identifikation, Kommunikation, Partizipation