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Die 2000-Watt-Gesellschaft

Die 2000-Watt-Gesellschaft sieht sich als Teil einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft, in welcher die Menschen weltweit in Gegenwart und Zukunft gleiches Anrecht auf gleich viel Energie haben sollen. Dazu braucht es vor allem ein entsprechendes Bewusstsein, vernünftig aufgebaute Energieversorgungs- und Energieverbrauchs-Systeme. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass unsere Erde ungefähr 2000 Watt Dauerleistung auf Primärenergiestufe pro Person weltweit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Die damit verbundenen CO2-Emissionen sollten 1 Tonne pro Person und Jahr nicht übersteigen, weil sich sonst das Klima drastisch verändert.

Die 2000-Watt-Gesellschaft - Definition
Die 2000-Watt-Gesellschaft ist ein energiepolitisches Modell, das im Rahmen des Programms Novatlantis Anfang der 90er Jahre an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich entwickelt wurde. Gemäß dieser Vision sollte der Energiebedarf jedes Erdenbewohners einer durchschnittlichen Leistung von 2000 Watt auf Stufe der Primärenergie entsprechen. Sie steht für die Reduktion des weltweiten Primärenergieverbrauchs und der weltweiten CO2-Emissionen.
Quellen: http://www.2000watt.ch und http://www.novatlantis.ch

Primärenergie und Sekundärenergie
Primärenergie ist jene Energie, die mit ursprünglich vorkommenden Energieformen oder -quellen - in Form fossiler Brennstoffe oder als Energieträger wie Sonne, Wind oder Kernbrennstoffe - zur Verfügung steht. Primärenergie kann durch einen allerdings verlustbehafteten Umwandlungsprozess in Sekundärenergie umgewandelt werden. Sekundärenergie ist veredelte oder durch Raffination erzeugte Primärenergie - beispielsweise von in fossilen Wärmekraftwerken erzeugtem Strom. Beide werden zur von den Konsumenten nutzbaren Endenergie.



Aber wird diese "Weltformel = 2000 Watt pro Person" ihrem Anspruch gerecht? Die Zahl "2000-Watt" impliziert einen wissenschaftlich fundierten, messbaren, gerechten, umwelt-, sozial- und wirtschaftsverträglichen Idealzustand. Sie erlaubt sehr wohl Ziele zu definieren, anzustreben, zu evaluieren. Sie suggeriert aber eine Genauigkeit und eine Machbarkeit, die im Wissen um unsere vor allem politisch aus dem Lot geratenen Welt weder einem wissenschaftlichen noch einem realpolitischen Anspruch gerecht werden kann. Sie bleibt ein Konstrukt, aber ein höchst notwendiges, denn sie schafft Anreize für Entscheidungsträger wie auch Konsumenten das Machbare zu tun. In den Medien wie auch in unserem unmittelbaren Umfeld erleben wir die weltweite Zunahme von Extremwetterereignissen. Sie sind ein spürbarer Teil eines überaus komplexen, unübersehbaren Klimawandels, der die Grundfeste unserer Existenz bedroht. Mangelnde Versorgung, Epidemien, Pandemien, soziale Konflikte, Kriegs- und Klimaflüchtlinge werden zu einer steten weltweiten Herausforderung. Die 2000-Watt-Gesellschaft liefert als Ausweg dazu konkrete Handlungsempfehlungen, und zeigt auf, was wir in unserem beruflichen und privaten Umfeld tagtäglich tun können. Vor einem aktuellen Verbrauch im Mitteleuropa von 5000–6000 Watt (2000 Watt waren es wahrscheinlich zuletzt Ende der 50er-Jahre) sollten wir nicht in die Knie gehen. Wir haben das Privileg, über die Ausgestaltung unserer Lebensstile selber entscheiden zu können. Ausnahmslos jeder von uns kann einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und die Technologien machen im positiven Sinne enorme Fortschritte.

Erklärung Wort

Es geht auch darum, auf Gesetzesebene die Rahmenbedingungen zu schaffen, eine Energieversorgung ganz ohne Kohle bis 2030 und ohne Erdöl und Erdgas bis 2040 aufzubauen, die Kohlendioxidemissionen bis 2040 auf null zu reduzieren. Um eine klimaverträgliche Wärme- und Stromversorgung aufzubauen, darf Strom bis 2040 nur mehr regenerativ hergestellt werden, bedarf es nur mehr des Einsatzes klimaneutraler Heizungsanlagen, marktfähiger Batteriespeicher und Power-To-Gas-Technologien. Es bedarf auch einer gänzlich elektrisch angetriebenen Mobilität. Im Trägerverein Energiestadt bündeln sich die öffentlichen Akteure der Schweizer Energiepolitik auf den Ebenen von Bund, Kantonen und Gemeinden. 2003 schloss sich das österreichische Pendant, das e5 – Programm für energieeffiziente Gemeinden an. Sie alle sind ein Vorbild, das dringender Verbreitung und Nachahmung auch im Osten Österreichs bedarf! Die 2000-Watt-Gesellschaft ist eine Metapher für jene, die sich ernsthaft um Effizienz, Konsistenz, Suffizienz unseres Umgangs mit Energie und um Lebensqualität, Verantwortung, Gleichgewicht und Nachhaltigkeit als gemeinsames, identitätsstiftendes Gesellschaftsleitbild bemühen. Es lohnt sich, die Ziele in unsere Bundes- und Landesgesetzgebung Schritt für Schritt einzuflechten. 2002 geschah dies unter anderem im Rahmen einer Initiative der Bundesregierung Die österreichische Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung (NSTRAT 2002). Regierungen kommen und gehen. Es lohnt sich, dieses fortschrittliche Papier wieder in den tagesaktuellen politischen Diskurs aber vor allem wieder ins strategisch politische Arbeiten in Erinnerung zu rufen. Gerade öffentlich geförderter Wohnbau und kommunales Bauen im Allgemeinen eignen sich hervorragend als Vorbild voranzugehen. Um eine klare Strategie umsetzen zu können, wird ein weiterer wichtiger, umzusetzender Baustein die Einführung der OIB-Richtlinie 7 - Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, die dem Verbrauch von Bau- und Bauhilfsstoffen, von Natur- und Kulturraum und dem Verlust von Biodiversität entgegnet, sein.

OIB-Richtlinie 7 - Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen (OIB-RI 7)
In dieser noch nicht gültigen Richtlinie geht es konkret um nationale Vereinbarungen zum verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen in Österreich.

Identifikation, Kommunikation, Partizipation

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